Klassiker – Zwei glorreiche Halunken

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Dieses Thema enthält 0 Antworten und 1 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Nadsberg vor 3 Jahre, 5 Monate.

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    Nadsberg
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    Zu Beginn möchte ich erwähnen, dass in diesem Text SPOILER enthalten sind. Extra ein Spoilerfeld, für den fast gesamten Text zu erstellen, finde ich sinnlos.

    Zwei glorreiche Halunken ist der atemberaubende Abschluss der Dollar-Trilogie. Meiner Meinung nach der stärkste der Reihe und der zweitbeste Leone-Film überhaupt.
    Er wird in vielen Toplisten genannt und das vollkommen zurecht!
    Der Film handelt von drei Gaunern die in ihrer Art unterschiedlicher kaum sein könnten, doch als sie erfahren, dass auf einem Friedhof 200000 Dollar vergraben sind und nur einer von ihnen das genaue Grab weiß und die anderen dafür den Standort des Friedhofs kennen, treibt sie die Gier nach Reichtum letztendlich zusammen.
    Der englische Titel “The Good, the Bad and the Ugly” sagt schon viel über die Charaktere aus. Es gibt den guten Blonden (Clint Eastwood), den bösen Sentenza (Leef van Cleef) und den hässlichen Tuco (Eli Wallach).
    Die Protagonisten sind für mich einer der Hauptgründe weshalb dieser Film so großartig ist. Man hat den Guten und den Bösen. Soweit so gut, aber wie passt der Hässliche in das Konzept? Tuco stellt für mich allerdings fast schon den Guten dar. Alle drei werden von der Gier getrieben, wobei Tuco der Einzige ist, der einen emotionalen Grund dafür hat den Schatz zu bergen. Er trifft im Laufe des Films auf seinen Bruder. Bei diesem Dialog stellt sich heraus, dass Tuco sich seit neun Jahren nicht mehr bei der Familie gemeldet hat und er sagt außerdem aus, dass er nicht wirklich eine Wahl hatte, entweder Bandit oder wie sein Bruder Priester werden. Tuco hat seit neun Jahren seine Familie nicht besucht, warum? Wieso fragt er jetzt nach? Weil er nun an einer großen Sache dran ist und endlich den Reichtum erreichen kann, den er schon so lange anstrebt. Er will seiner Familie beweisen, dass er als Bandit genauso gut und erfolgreich sein kann wie sein Bruder als Priester. Dadurch hat der vorerst unsympathisch wirkende Hässliche plötzlich eine verständliche und nachvollziehbare Geschichte bekommen, die allerdings nicht offensichtlich preisgegeben wird. So wird dieses klassische Bild von Gut und Böse außer Kraft gesetzt.
    Aber auch visuell ist “Zwei glorreiche Halunken” ganz und gar gelungen. Leone spielt mit verschieden Kameraperspektiven, zwischen denen er auch dynamisch hin und her wechselt. Von der italienischen Einstellung, bei der man nur die Augen sieht, bis hin zu riesigen Panoramaaufnahmen der Landschaft. Der schnelle Schnittwechsel bei Duellen erzeugt Spannung und führt am Ende zu einem der sensationellsten Showdons der Filmgeschichte.
    Leone schafft es den Wahn des Geldes auch beim Zuschauer entstehen zu lassen. Am Ende, als Tuco zwischen den Gräbern herumrennt und das Bild hinter ihm immer schneller verschwimmt, verdeutlicht dies den Wahn und die Vorfreude von Tuco auf den naheliegenden Schatz.
    Noch zu erwähnen wäre die meisterhafte Musikuntermalung von Ennio Morricone, die der Regisseur auch immer wieder gekonnt einsetzt.

    Soo, etwas lang ist es geworden aber ich wollte meine Interpretation von Tuco mal zur Diskussion stellen.
    Fragen, die mich jetzt interessieren:
    Habt ihr den Film gesehen und wenn ja, wie fandet ihr ihn?
    Steht dieser Klassiker zurecht in so vielen Toplisten (IMDb Platz 8 Wertung 8,9; bei Rotten 97%)?
    Wie habt ihr die Person Tuco wahrgenommen und interpretiert?

    Bin gespannt auf eure Meinungen!

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